Außerdem habe ich heute auch gemerkt, warum es den Blog gibt. Na klar erstens natürlich, damit ich euch leicht erreiche, ihr von mir erfahrt, wie es mir geht und irgendwie einfacher ist zu kommunizieren. Aber da ist noch ein anderer Grund: Ich sitze hier sortiere meine Gedanken, lasse den Tag nochmal an mir vorbei laufen und alles wird klarer. Und das ist gut so. (Also Mutti druck das hier aus, wird schön sein, das später nochmal zu lesen!) Somit gehört das hier auch schon zu meinem Tagesablauf, meistens zum-ins-Bett-gehen dazu.
Und dann habe ich da heute noch was gefunden, was mir auch nochmal gezeigt hat, dass ich echt noch weiter will. Im Moment zu mindestens. Noch ein bisschen mehr sehen. Aber wie gesagt im Moment ist es so.
Das habe ich auf diesem Blog gefunden: http://www.vormirdiewelt.de diese Frau, reist nach einem ünther-Jauch-Gewinn (komisch das man nicht WerwirdMillionärgewinn sage) in 12 Monaten durch 12 Städte, wohnt dort und lebt da. Genau, sie ist eine Reisende und kein Tourist. Genau wie ich. Da ist ein Unterschied und dazu habe ich das auf ihrer Seite gefunden: (Willemsen hat nämlich genau übers Reisen geschrieben http://www.roger-willemsen.de/biographie/)
"Warum sollte der Mensch reisen?
Willemsen: Der Mensch könnte sich anziehen lassen. Einmal von der Aussicht, sich selber zu verwandeln. Und zwar dadurch, dass er Zonen betritt in seinem eigenen Innenleben, die er ohne die Reisen nicht betreten hätte. Er liefert sich Zuständen des Ekels, der Angst, der Langeweile, des Nicht-Verstehens aus, und gleichzeitig konfrontiert er sich ganz objektiv mit anderen Gebräuchen. Mit anderen Formen zu trauern, zu trösten, zu lieben, albern zu sein, Humor zu entwickeln und so weiter. In all diesen Punkten gibt es Formen der Selbsterneuerung. Und dann ist es aber so, dass man die reale Vielfalt der Lebensformen eigentlich nur kennenlernen kann, indem man in sie eintritt. Das heißt auch, er sollte im Staub eines nordafghanischen Dorfes ebenso geschlafen haben wie in einer Hütte in Polynesien.
Das heißt, es gibt einen Unterschied zwischen Touristen und Reisenden.
Willemsen: Ja, den mache ich schon. Der Tourist ist derjenige, der die Augenblicksberührung sucht, der immer gern ein Foto machen möchte. Er lebt also im Lidschlagtempo. Er sagt «ich und der Eiffelturm», «ich und die Rialto-Brücke», «ich und der Assuan-Staudamm». Der Reisende will eigentlich eher verschwinden in den Räumen, will unsichtbar werden, will die Orte sehen, wie sie immer sind – auch wenn er selber nicht da ist.
Also geht es auch um Selbstverlust, um letztlich sich selbst zu finden?
Willemsen: Ja, ganz recht. Die Möglichkeit, selber vollkommen zu verschwinden, unscheinbar zu sein, sich zu verlieren, ist eine Bedingung dafür, sich selber zu gewinnen. Und in einem anderen Sinne tatsächlich, ja, sich zu besitzen. Um «ich» sagen zu können.
Gibt es die eine perfekte Art zu reisen, um dies zu erreichen?
Willemsen: Wissen Sie, das Entscheidende wäre, glaube ich, sich treiben zu lassen. Wie der Flaneur, der entweder durch die Großstädte zieht und nicht die Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden will oder in der Ferne ankommt und sagt: Ich lasse mich treiben. Und da, wo Spannung ist, da bewege ich mich hin. Ich synchronisiere mein Innenleben auch eher mit der eigenen Erschöpfung, der eigenen Neugier, mit der äußeren Bewegung, als dass ich mich leiten lasse von der unterstellten Bedeutung, die Orte haben. Das hat mir immer am meisten bedeutet.
Aber Sie können auch verstehen, wenn das dann vielleicht ein Gefühl der Unzufriedenheit hervorruft? Wenn man drei Dinge sehen will und es am Ende nur für eins gereicht hat, weil man sich hat treiben lassen?
Willemsen: Ja, das könnte passieren, dass man sagt: Mensch, ich habe die Blaue Moschee verpasst. Aber das Wichtige ist am Ende doch, dass Sie etwas in Ihrem Innenleben finden, das der Blauen Moschee entspricht. Die Menschen unterstellen ja, wenn sie in die Blaue Moschee eintreten, dass sie von tiefer innerer Erschütterung befallen sind. Das Peinlichste auf Reisen ist, nicht erschüttert zu sein. Die Mona Lisa nicht aufregend zu finden. Und dann sagt man sich: Eine Szene, eine Umarmung, ein Duft irgendwo hat mir mehr Wirklichkeit zugefügt, als es das größte Kunstwerk getan hat. Der Tourist sagt immer – natürlich auch weil er seinen Jahresurlaub dort verbringt: Lass mich nicht im Stich, Sehenswürdigkeit, du sollst mich gefälligst erschüttern. Und dann steht er davor und ist ein wenig ratlos.
Das heißt, es geht am Ende nur um die Geschichten, die Situationen, Ereignisse?
Willemsen: Ja, genau. Ich nehme die Orte persönlich. Ich finde immer, dass ich wirklich nur dagewesen bin, wenn ich den Ort von allen anderen unterscheiden kann, die ich sonst gesehen habe.
Und das passt einfach genau zu dem, worüber ich heute auch noch nachgedacht habe und es sind die Antworten auf meine Fragen. Mal sehen wie meine Selbsterneuerung von statten geht und das erste Ergebnis sein wird. Because actually that`s just me! :)
Hallo Lina,
AntwortenLöschenich bin wieder da.
Berlin war toll.
Ich war aber nur ein Tourist mit Rad. - PÖH -
Na ja der Mauerradweg ist halt nur 160 km lang.
An Deinen Texten merkt man das Du Dich vom "LINCHEN" schon weit entfernt hast.
Spannend zu lesen.
MEHHR!
Gruß Uwe
"Das Leben ist eine Reise.
AntwortenLöschenNimm nicht zu viel Gepäck mit."
LG Hans